Paella für die Fußballfans

 Die größte Ansammlung von Anhängern der deutschen Fußball-Nationalelf in Obertshausen befand sich am Samstagabend auf dem spanischen Waldfest. Gespannt starrten mehrere hundert Fans auf eine Leinwand, dem „Bühnenbild“ auf dem Waldfestplatz am Sportzentrum. Von Michael Prochnow

Gleich welcher Nation die Gäste des Waldfestes angehörten: Gemeinsam fieberten sie am Samstag mit der deutschen Nationalelf.© Michael

Gleich welcher Nation die Gäste des Waldfestes angehörten: Gemeinsam fieberten sie am Samstag mit der deutschen Nationalelf.

Das Fest des Elternvereins zieht auch ohne Europameisterschaft alljährlich Scharen von Besuchern aus der gesamten Region auf das Gelände an der Badstraße. Diesmal erfüllte eine ungewohnte Spannung den Samstagabend. Der gehört sonst dem Vollblut-Musiker Roberto Moreno allein. Das war zunächst auch diesmal so. Der Gitarrist, der mittlerweile Hausener ist, startete mit südländischen Rhythmen zum Entspannen, aber auch mit solchen, die selbst mitteleuropäisches Blut in Wallung brachten. Dazu schlug er aktuelle Hits aus seiner spanischen Heimat und aus Südamerika an.

Seine Landsleute aller Generationen kennen die passenden Schritte und übten sie gruppenweise vor der Bühne. Da blieb den einheimischen Gästen oft nur das Staunen, doch in der Dämmerung sollte es noch Gelegenheit geben, es den temperamentvolleren Nachbarn gleichzutun.

Der Startschuss fiel mit dem Bieranstich

Die jüngsten Besucher hatten längst die Sandkiste und ein kleines Holzhäuschen erobert. Die gehören der Kita Mühlheimer Straße, die vorübergehend in Containern auf dem Parkplatz an der Sporthalle untergebracht ist und den Festplatz als Spielplatz nutzt. Fürs Waldfest wurden die Zäune zur Seite gerückt, so dass die Südländer wie gewohnt feiern konnten.

Der Startschuss fiel, wie seit Jahren praktiziert, mit dem Bieranstich. Selbst dieser Akt hat sich zum gesellschaftlichen Ereignis entwickelt. Luis Galvez, Erster Vorsitzender der Gastgeber, begrüßte neben den lokalen Größen Landrat Oliver Quilling, der versiert den Holzhammer schwang. Zu diesem Zeitpunkt war der Treffpunkt bereits sehr gut besucht – nicht nur wegen der Paella.

Die „Asociacion de Padres de Familia“ kann den Ansturm auf ihr Fest längst nicht mehr aus eigenen Kräften bewältigen. Der Vorstand bediente sich darum einer Idee, die zudem die Vereine näher zusammen rücken lässt: Mehrere Gruppierungen entsandten Helfer-Teams für einzelne Schichten. Die Spanier unterstützen als Gegenleistung dann deren Veranstaltungen mit Diensten – eine Zukunftsvision in einer Zeit, in der ehrenamtliche Mitstreiter dünn gesät sind.

Der Junggesellenabschied einer brasilianischen Braut mit ihrer Begleitung stimmte dann auf den Kicker-Trubel ein, Tanz auf Tischen und Bühne förderte die südländische Atmosphäre.

quelle: Offenbach Post 11.06.2012

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