Feliz Navidad y prospero año 2015

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Paella für die Fußballfans

 Die größte Ansammlung von Anhängern der deutschen Fußball-Nationalelf in Obertshausen befand sich am Samstagabend auf dem spanischen Waldfest. Gespannt starrten mehrere hundert Fans auf eine Leinwand, dem „Bühnenbild“ auf dem Waldfestplatz am Sportzentrum. Von Michael Prochnow

Gleich welcher Nation die Gäste des Waldfestes angehörten: Gemeinsam fieberten sie am Samstag mit der deutschen Nationalelf.© Michael

Gleich welcher Nation die Gäste des Waldfestes angehörten: Gemeinsam fieberten sie am Samstag mit der deutschen Nationalelf.

Das Fest des Elternvereins zieht auch ohne Europameisterschaft alljährlich Scharen von Besuchern aus der gesamten Region auf das Gelände an der Badstraße. Diesmal erfüllte eine ungewohnte Spannung den Samstagabend. Der gehört sonst dem Vollblut-Musiker Roberto Moreno allein. Das war zunächst auch diesmal so. Der Gitarrist, der mittlerweile Hausener ist, startete mit südländischen Rhythmen zum Entspannen, aber auch mit solchen, die selbst mitteleuropäisches Blut in Wallung brachten. Dazu schlug er aktuelle Hits aus seiner spanischen Heimat und aus Südamerika an.

Seine Landsleute aller Generationen kennen die passenden Schritte und übten sie gruppenweise vor der Bühne. Da blieb den einheimischen Gästen oft nur das Staunen, doch in der Dämmerung sollte es noch Gelegenheit geben, es den temperamentvolleren Nachbarn gleichzutun.

Der Startschuss fiel mit dem Bieranstich

Die jüngsten Besucher hatten längst die Sandkiste und ein kleines Holzhäuschen erobert. Die gehören der Kita Mühlheimer Straße, die vorübergehend in Containern auf dem Parkplatz an der Sporthalle untergebracht ist und den Festplatz als Spielplatz nutzt. Fürs Waldfest wurden die Zäune zur Seite gerückt, so dass die Südländer wie gewohnt feiern konnten.

Der Startschuss fiel, wie seit Jahren praktiziert, mit dem Bieranstich. Selbst dieser Akt hat sich zum gesellschaftlichen Ereignis entwickelt. Luis Galvez, Erster Vorsitzender der Gastgeber, begrüßte neben den lokalen Größen Landrat Oliver Quilling, der versiert den Holzhammer schwang. Zu diesem Zeitpunkt war der Treffpunkt bereits sehr gut besucht – nicht nur wegen der Paella.

Die „Asociacion de Padres de Familia“ kann den Ansturm auf ihr Fest längst nicht mehr aus eigenen Kräften bewältigen. Der Vorstand bediente sich darum einer Idee, die zudem die Vereine näher zusammen rücken lässt: Mehrere Gruppierungen entsandten Helfer-Teams für einzelne Schichten. Die Spanier unterstützen als Gegenleistung dann deren Veranstaltungen mit Diensten – eine Zukunftsvision in einer Zeit, in der ehrenamtliche Mitstreiter dünn gesät sind.

Der Junggesellenabschied einer brasilianischen Braut mit ihrer Begleitung stimmte dann auf den Kicker-Trubel ein, Tanz auf Tischen und Bühne förderte die südländische Atmosphäre.

quelle: Offenbach Post 11.06.2012

Neuer Glanz im Vereinsheim

– Frische Frühlingsfarben brachten am Donnerstagabend nicht nur die Tänzerinnen der Gruppe „Alegrias del Sur“ in das wiedereröffnete Heim des spanischen Elternvereins. Von Michael Prochnow

© Michael

Die Gruppe „Alegrias del Sur“ tanzte bei der Wiedereröffnung des Vereinsheims.

Die neuen Wirtsleute Juan und Maria Alvarez vermitteln mit einem orangefarbenen Anstrich in den Räumen an der Brüder-Grimm-Straße ein warmes Urlaubsgefühl. Das genossen zahlreiche Mitglieder und Besucher einer kleinen Feierstunde.

Die Mädchen der Folklore-Formation schufen mit Fandangos und Rumbaschritten südländische Stimmung im engen Gang zwischen den Tischen. Luis Galvez, Vorsitzender der „Asociacion de Padres de Familia“, hieß Parlamentschefin Heide Heß, Bürgermeister und Vereinsmitglied Bernd Roth sowie weitere Politiker und Vertreter des Vereinsrings willkommen. Sie erfuhren, dass es gleich zwei Anlässe zu feiern galt, neben der Wiedereröffnung auch die Einrichtung des Vereinsheims vor 30 Jahren.

Im November 1982, knapp zwei Jahre nach der Gründung der Gemeinschaft, unterschrieb der damalige Vorstand nach kurzer, aber intensiver Suche den Mietvertrag für das Objekt, das offiziell die Adresse Goethestraße 2 trägt. Küche und Theke bewirtschafteten die Mitglieder zunächst im Wechsel, 15 Jahre galt der Treffpunkt im ersten Stock als „geschlossene Gesellschaft“, erinnerte der Sprecher. Bis 1996 beim Ordnungsamt anonyme Anzeigen eingingen.

Frühschoppen mit Paella, Fisch und Tapas

Die „Asociacion“ wurde beschuldigt, dass sie auch Gäste ohne Mitgliedsstatus bewirtete. Die Spanier entschlossen sich daraufhin, eine Gaststätten-Konzession zu beantragen und bauten die Räume mit Unterstützung von Hausherr und Stadt entsprechend um. Fortan war „El Centro“ öffentlich zugänglich. Die Familie Alvarez hatte die Gaststätte als erste Pächter übernommen, ihr folgten Pablo und Mari-Carmen Ariza, bevor nun erneut die Eheleute Alvarez die Räume herrichteten.

Dazu zählt neben der neuen Farbe ein moderner Fliesenboden. Auch mehrere Küchengeräte mussten ersetzt werden. Künftig gibt es jeden Sonntag einen Frühschoppen mit Paella, Fisch und Tapas, typisch spanischen Vorspeisen. Galvez freute sich, dass der Verein die erfahrenen Gastronomen gewinnen konnte, die schon erfolgreich Häuser in Mühlheim und Obertshausen geführt haben. Der Vorsitzende überreichte neben dem Schlüssel auch eine Figur des heiligen Pankratius, einer der Eisheiligen und Sinnbild für Stärke. „Vereine ohne ein eigenes Heim haben Probleme mit ihrem gesellschaftlichen Leben“, wusste Rathauschef Roth und betonte die wichtige Funktion der Räume. „El Centro“ ist zugänglich über die ehemalige Tankstelle an der Brüder-Grimm-Straße und ist donnerstags bis samstags jeweils von 18 Uhr bis Mitternacht geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 22 Uhr.

 [Quelle: Offenbach Post 06.02.2012]