Nach 50 Jahren wieder daheim

Obertshausen – Vorwärts in die Vergangenheit: In gewisser Weise sind die Spanier zu ihren Anfängen zurückgekehrt: 1964, vor einem halben Jahrhundert, startete der Vorgänger des Elternvereins im ehemaligen Hausener Kino, im Saal von „Krone-Wirt“ Dietmar Picard an der Steinheimer Straße.

Luis Galvez und Juan Alvarez bei der Eröffnung des neuen Vereinsheims der Spanier.

© Michael

Luis Galvez und Juan Alvarez bei der Eröffnung des neuen Vereinsheims der Spanier.

Am Pfingstwochenende zogen die Südländer wieder „heim“, übernahmen die einstige Pilsstub’ am Egerländer Platz. 31 Jahre residierte die „Asociacion de Padres de Familia“ an der Goethestraße, in einem alten Bürogebäude hinter einer Werkstatt, neben einer stillgelegten Tankstelle. Im ersten Obergeschoss hatten die Wirtsleute Juan und Maria Alvarez ein Restaurant, daneben unterhielt die Vereinigung einen Saal, in dem lange Zeit Turniere in Tute, einem spanischen Kartenspiel, in Domino und anderen Disziplinen ausgetragen wurden.

Weil das Restaurant in der Region schon lange als Geheimtipp gehandelt wurde, mussten Küche und sanitäre Anlagen erweitert werden. Der abgelegene Standort erwies sich mit der Zeit jedoch als ungünstig für die Gastronomie, zudem sank die Zahl der spanisch-stämmigen Mitglieder des Vereins, erläuterte Mitgründer und Vorsitzender Luis Galvez. Er dankte dem bisherigen Vermieter Lothar Scherer und begrüßte den aktuellen im Biergarten. Auch für das Wohnviertel soll die Wiedereröffnung eine Belebung darstellen. Galvez hieß daher die Nachbarn herzlich willkommen.

Padre Francisco Garcia, Pfarrer der spanischen katholischen Gemeinde Offenbach, verwies auf das Kreuz aus der heiligen Stadt Caravaca de la Cruz und segnete den Treffpunkt. Er umfasst das urige Lokal mit rund zwei Dutzend Plätzen, das die Wirtsleute betreiben, sowie ein Kolleg hin, das der Vereinsvorstand verwaltet. Neben den eigenen Gruppen können auch andere Kreise den rund 80 Quadratmeter großen Saal mieten, bot Galvez an.

[ Quelle – OP 10-06-2014]

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Paella für die Fußballfans

 Die größte Ansammlung von Anhängern der deutschen Fußball-Nationalelf in Obertshausen befand sich am Samstagabend auf dem spanischen Waldfest. Gespannt starrten mehrere hundert Fans auf eine Leinwand, dem „Bühnenbild“ auf dem Waldfestplatz am Sportzentrum. Von Michael Prochnow

Gleich welcher Nation die Gäste des Waldfestes angehörten: Gemeinsam fieberten sie am Samstag mit der deutschen Nationalelf.© Michael

Gleich welcher Nation die Gäste des Waldfestes angehörten: Gemeinsam fieberten sie am Samstag mit der deutschen Nationalelf.

Das Fest des Elternvereins zieht auch ohne Europameisterschaft alljährlich Scharen von Besuchern aus der gesamten Region auf das Gelände an der Badstraße. Diesmal erfüllte eine ungewohnte Spannung den Samstagabend. Der gehört sonst dem Vollblut-Musiker Roberto Moreno allein. Das war zunächst auch diesmal so. Der Gitarrist, der mittlerweile Hausener ist, startete mit südländischen Rhythmen zum Entspannen, aber auch mit solchen, die selbst mitteleuropäisches Blut in Wallung brachten. Dazu schlug er aktuelle Hits aus seiner spanischen Heimat und aus Südamerika an.

Seine Landsleute aller Generationen kennen die passenden Schritte und übten sie gruppenweise vor der Bühne. Da blieb den einheimischen Gästen oft nur das Staunen, doch in der Dämmerung sollte es noch Gelegenheit geben, es den temperamentvolleren Nachbarn gleichzutun.

Der Startschuss fiel mit dem Bieranstich

Die jüngsten Besucher hatten längst die Sandkiste und ein kleines Holzhäuschen erobert. Die gehören der Kita Mühlheimer Straße, die vorübergehend in Containern auf dem Parkplatz an der Sporthalle untergebracht ist und den Festplatz als Spielplatz nutzt. Fürs Waldfest wurden die Zäune zur Seite gerückt, so dass die Südländer wie gewohnt feiern konnten.

Der Startschuss fiel, wie seit Jahren praktiziert, mit dem Bieranstich. Selbst dieser Akt hat sich zum gesellschaftlichen Ereignis entwickelt. Luis Galvez, Erster Vorsitzender der Gastgeber, begrüßte neben den lokalen Größen Landrat Oliver Quilling, der versiert den Holzhammer schwang. Zu diesem Zeitpunkt war der Treffpunkt bereits sehr gut besucht – nicht nur wegen der Paella.

Die „Asociacion de Padres de Familia“ kann den Ansturm auf ihr Fest längst nicht mehr aus eigenen Kräften bewältigen. Der Vorstand bediente sich darum einer Idee, die zudem die Vereine näher zusammen rücken lässt: Mehrere Gruppierungen entsandten Helfer-Teams für einzelne Schichten. Die Spanier unterstützen als Gegenleistung dann deren Veranstaltungen mit Diensten – eine Zukunftsvision in einer Zeit, in der ehrenamtliche Mitstreiter dünn gesät sind.

Der Junggesellenabschied einer brasilianischen Braut mit ihrer Begleitung stimmte dann auf den Kicker-Trubel ein, Tanz auf Tischen und Bühne förderte die südländische Atmosphäre.

quelle: Offenbach Post 11.06.2012

Städtepartnerschaft Caravaca – Obertshausen

Ayutamiento Caravaca de la Cruz

Nach vergeblichen Versuchen der Hessen in den 80er Jahren kam nun der Vorstoß aus der Region Murcia: Der Stadtrat Caravacas hat einstimmig beschlossen, eine offizielle Städtepartnerschaft mit Obertshausen anzustreben. Nun sind die Politiker an der Schubertstraße am Zug.

Die Kleinstadt in der so genannten Sierra de Segura ist von ihrer Einwohnerzahl mit Obertshausen vergleichbar. In der „heiligen Stadt“ leben etwa 26 500 Bürger. Doch ansonsten unterscheidet sich ihre Struktur grundlegend. Die Lage, 70 Kilometer von der Provinzhauptstadt Murcia im Landesinneren, und insbesondere der kulturelle Hintergrund erlaubten eine rasante Entwicklung. Die „Fiestas de los Caballos del Vino“, der so genannten Weinpferde, führen alljährlich Ende April und Anfang Mai Tausende Touristen in den Ort.

Ministranten legten Grundstein für Austausch

Dann werden die Schlachten zwischen arabischen Besatzern und christlichen Bewohnern an den historischen Plätzen wie der Burgkirche und dem Tempel in aufwändigen Kostümen nachgespielt. Viele Caravaquenos gehören seit Generationen den „Moros“ oder „Cristianos“ an und ziehen an den Festtagen mit großen Paraden durch die Innenstadt. Das beeindruckte in diesem Jahr auch eine Delegation aus Obertshausen.

Es war nicht die erste. 1990 legte sogar der SC Stadtparlament, sportliche Kommunalpolitiker, die 2000 Kilometer lange Strecke im Fahrradsattel zurück. Eine große Abordnung war im Bus voraus gefahren. Bereits in den 80ern gestalteten Musik- und Tanzgruppen aus Caravaca die Jubiläen des spanischen Elternvereins mit. Zum Finale einer „spanischen Woche“ des Kreises Offenbach 1989 wurde sogar ein Freundeskreis gegründet.

In den 90ern legten Ministranten aus Hausen den Grundstein für einen Schüleraustausch, waren, ausgestattet mit Grundkenntnissen der Sprache, Gäste in spanischen Familien. Die Gegenbesuche blieben damals aus. Das soll nun anders werden. Ein Nicht-Raucher-Wettbewerb führte Teenager nach Obertshausen, Schüler und Lehrer der Musikschule in Caravaca waren da und laden für Oktober Musiker und Pilger ein.

Von Michael Prochnow Quelle: OP